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Bamians Buddhistische Denkmäler und neue Ausgrabungen

 

Bamians Bamians Buddhistische Denkmäler und neue Ausgrabungen Die 1922 gegründete „Delegation archéologique Francaise“ in Afghanistan“ (DAFA), inzwischen eine Afghane – Französische Institution, hat ihre archäologische Aktivitäten nach einer langen Pause wieder aufgenommen.
Der afghanische Archäologe Prof. Dr. Zemarjalei Tarzi erstattete uns einen Bericht über neue Erkundungsausgrabungen der DAFA, die unter seiner Leitung in Bamian durchgeführt werden. Hier veröffentlichen wir erstmals diesen Sonderbericht für unsere Leser!
Im Gegensatz zu schlechten Benehmen der Zuständigen in Bamian im Jahr 2002 wurde die archäologische Delegation Afghan – Frankreich im Sommer 2003 sehr freundlich von den vernünftigen Beamten Bamians empfangen. Vor unserer Reise nach Bamian habe ich als Leiter der Delegation die Gelegenheit gehabt mit Herrn Karzai, Präsident des sprovisorischen, islamischen Staates Afghanistan zu treffen. Ihm erklärte ich die Schwierigkeiten im vergangenen Jahr, in dem einige Fehler entstanden waren. Der Präsident versicherte uns allseitige Unterstützungen.
Die Ausgrabungen unserer Delegation begann unverzüglich im August 2003 mit der Unterstützung der Hilfsarbeiter aus Bamian. Das Forschungs- und Ausgrabungsgebiet der Delegation für das Jahr 2003 wurde Süd- östlich der Wandnische der 38 m hohe Buddha-Statue, in der Nähe des einzigen Stupa Bamians, auf den Feldern der Bauern des Dorfes „Tadjikan“ festgelegt.
Diese bebauten Felder werden gemietet und ihre Ernte entsprechend des Marktpreises bezahlt. Nach Ausgrabungen und eineinhalb monatigen Aktivitäten wurden sämtliche Gruben und Schächte zugeschüttet. Die Bauern bekamen ihre Felder zurück. Die Wahl dieser Gegend als Forschungsziel beruhte auf jene archäologische topographische, toposymische und Altdokument bezogene Studien, die ich in den Jahren nach 1970 durchgeführt habe. Auf Näheres hier will ich nicht eingehen, nur erwähne ich, dass das archäologische Programm unserer Delegation aus folgenden

Aus genommen von ANDESCHA

Bereichen bestand:

•  Festlegung und Ausgrabung der königlichen Stadt Bamians

•  Ausgrabungen der buddhistischen Tempel Bamians

•  Ausgrabung des „Ost-Tempel“ Bamians, wo sich nach Überlieferung des chinesischen Pilgers im 7.Jhd., Hiuan Tsang, eine Buddhastatue im Schlafzustand mit einer Länge von 1000 Pa (ca. 300m) befinden sollte.

Bamians Unsere Delegation konzentrierte ihre Aktivitäten auf dem 3. Bereich, wobei ihre Ausgrabungen die Grundlagen für weitere Forschungen im kommenden Jahren vorbereiten. Zunächst erfolgten die Ausgrabungen im Sommer 2003 nur in jenen Bereichen des buddhistischen Tempel, wo der 1000 Pa lange Buddha im Schlafzustand vermutet wurde. Die Erforschung war so geplant, dass es in vielen Punkten dieser Gegend einige vorbereitende Ausgrabungen zur Erhaltung der Resultate mancher geologischen, geomorphologischen sowie des alten Bewässerungssystem auf wissenschaftlicher Grundlage durchgeführt werden sollte. Nach Erhaltung einiger Informationen durch diese vorbereitende bzw. Probeausgrabungen sowie Erkundung der Schichtenarten der Gegend begann die eigentliche Ausgrabung des „Ost-Tempels“. Aufgrund der breiten Ausgrabungen in 3 Zonen konnten folgende Ergebnisse erzielt werden:

•  Der beginn des Klosterlebens in Bamian kann nicht früher gewesen sein, als im 3.Jh. Über diese Etappe gibt es noch keine zuverlässige Informationen. Es gibt außer wenigen Tonscherben und Pflastersteinen des Hofes keine anderen Funde. Hier muss man auf Ausgrabungen in den nächsten Jahrhundert warten.

•  Die 2. Etappe des Klosterlebens in Bamian setze sich vom 3.Jh. bis zum 6.Jh. fort. Während dieser Zeit (vom Ende des 3.Jh. bis Mitte des 6.Jh.) wurde Bamian von vielen Angriffen und Kriegen heimgesucht, deren verheerenden Folgen erst im 6.Jh. beseitigt wurden. Künstler und Baumeister Bamians haben nicht nur die beschädigten Denkmäler repariert und verbessert, sondern hervorragende Kunstwerke wie die 55m hohe Buddha-Statue in Bamian geschaffen.

Bei der Ausgrabung von Feld A, Sektion A9, hinter der Südwand des „Ost-Tempels“ konnte in einem Schacht mit der Größe 9x3m einige Bruchteile verschiedener Tonskulpturen gefunden wurden. Ausgrabung und Sortierung dieser Teile erschienen zunächst als sehr schwierig. Dank der großartigen Erfahrungen, die unsere Delegation während unserer Ausgrabungen in Hadda (Osten – Afghanistan) sammeln konnte, ist es uns gelungen diese Skulpturen zu retten. Aufgrund meiner lang- jährigen Erfahrungen konnte ich diese verfallenen und ganz feuchten Werke reparieren. Außer diesen Fragmenten, die zum Klostergewand der Statuen gehören und verschiedenartig dekoriert waren, wurden ebenfalls in der Schacht A9 sieben Köpfe der Statuen buddhistischer Göttinnen gefunden, die in Zukunft im lokalen Bamian – Museum ausgestellt werden. Entdeckung dieser Statuen deuten darauf hin, dass unsere archäologische Ausgrabungen innerhalb eines buddhistischen Tempels durchgeführt sind. Wahrscheinlich ist dieser derjenige Tempel, wo sich die liegende Statue Buddhas die ihn im Sterbebett darstellt und länger als 300m hoch ist, befindet. Die künftigen Ausgrabungen im Sommer 2004 und der folgenden Jahren werden meine Thesen besser beleuchten und der entwickelten Welt zeigen, dass die heutigen armen Länder in der Vergangenheit großartigen Epochen hatten. Bamian besitzt eine solche Geschichte, wo ihre größte Denkmäler Interesse der endtlegensten Länder der damaligen Welt geweckt haben. Viele reisten nach Bamian, um ihre schönsten Denkmäler zu bewundern.

Aussicht der Ausgrabungen Nr. A „Ost-Tempel“, süd-östlich der Wandnische der 38m hohe Buddhastatue, südlich der großen Felswand Bamians.

Der chinesischen Pilger Hiuan Tsang, der 632 u. Bamian besuchte, berichtete, Bamians  dass es in ca. 2 oder 3 li (1100m oder 1650m) Entfernung von der königlichen Stadt ostwärts einen großen Tempel gibt, wo königliche bzw. religiöse Feierlichkeiten stattfanden und dort sich eine legendäre Buddhastatue befand, die Sakyamani im Sterbebett darstellt.

Ausgrabungsgebiet : Süd-West , das sich westlich des einzigen Stupas Bamians befindet. Diese Ausgrabung unter Leitung von Prof. Tarzi beweist, dass der Stupa in der 1. künstlerischen Etappe Bamians im 3Jh gebaut wurde. Er wurde in der 2. künstlerischen Etappe Bamians im 6.Jh restauriert. Der runde Weg, den die Pilger von links nach rechts umkreisten, war mit Kalksteine gepflastert. Er ist in 3 Etappen renoviert worden. Die künftigen Ausgrabungen in der Stupa werden weitere Einzelheiten noch ans Licht bringen.

Der Kopf einer Tonstatue Buddhas, die im Schacht A9 des Ausgrabungsfeld A gefunden wurde. Sie war durch Feuchtigkeit total beschädigt. Prof. Tarzi gelang es , sie zu restaurieren. Die Gesichtszüge dieser Statue lassen es erkennen. dass sie wahrscheinlich der mittleren Etappe Bamians dem 5jh gehört. Das Gesicht einer Statue, eventuell Buddha, die aus Tonerde gemacht wurde. Sie wurde ebenfalls im Schacht A9 im Feld A gefunden. Ihre Physiognomie gehört zu den alten Denkmäler Bamians, die Verbindungen zu den Funden der 1. Etappe Heddas und des Tapa -e Sarder (Ghanzni ) aufweisen.

Sie ähneln den griechisch – buddhistischen Denkmälern Khandahars. Diese Statue besteht aus einem grünlichen Ton, die nach der Bemalung noch schöner aussah. Ihre Augen sind schwarz, ihre Kleider rot und ihre Wangen rosa. Kopf einer Tonstatue , die wahrscheinlich eine buddhistische Göttin darstellt. Sie wurde im Schacht A9 des Feldes A freigelegt. Sie zeigt Verbindungen zu den Gegenden wie Kapisa, Kabul, Ghazni und Hadda, die der gleichen Epoche gehören. Bamian lag an der Handelsroute Zentralasiens, daher konnte sie von künstlerischen Erscheinungen Khandahars und den anderer Gegenden profitieren.

Allmählich verselbstständigte sich die Kunstschule Bamians. Ihre hervorragenden Kunstmerkmale wurden Zentralasien und chinesischen Türkestan weitergegeben, sodass viele Tempel in China, Korea und Japan ihre Gestaltung der Kunstschule Bamians zu verdanken haben. Der Kopf einer Tonstatue, die eventuell ein kuschahnische oder ephtalische Prinzessin darstellt , welche die Geschenke darbringt. Das stark beschädigte Gesicht dieser Statue weist Reste beständiger und heller Bemalungen auf . In der buddhistischen Kunst gibt es viele Denkmäler, die die lokalen Geschenkgeber wie die Könige, Prinzen, Adelige und Wohlhabende gleichzeitig darstellen. Ein numismatischer Vergleich mit diesen Denkmälern erleichtert die Arbeit eines Archäologen, die Datierung solcher Werke leicht zu finden.

Der Kopf einer Tonstatue, die eine buddhistische Göttin oder eine Geschenkgeberin darstellt. Sie wurde in Schacht A9 des Feldes A gefunden. Diese Statue war ebenfalls durch Feuchtigkeit und Druck von oben total beschädigt. Ihre Restauration durch Prof. Tarzi dauerte mehrere Tage.

 

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